Hiddenhausen

Die heutige Gemeinde Hiddenhausen mit ihrer 24 Quadratkilometer großen Fläche und ihren
21 000 Einwohnern entstand nach der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1969 und wurde aus den bis daher selbstständigen Gemeinden Hiddenhausen, Eilshausen, Lippinghausen, Schweicheln-Bermbeck, Sundern und Oetinghausen gebildet.

Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts lebten die Bewohner Hiddenhausens vorwiegend von der Landschaft. Danach hielt die Industrialisierung ihren Einzug mit der Zigarrenindustrie. 1878 entstand die Brauerei Felsenkeller und 1894 das Margarinewerk „Meylip, das heute allerdings nicht mehr existiert. Nach 1900 entwickelten sich aus zahlreichen kleinen Möbeltischlereien größere Möbelfabriken.

Die verkehrsmäßige Erschließung begünstigte die Entwicklung Hiddenhausens.
An den Verkehrsachsen bildeten sich Siedlungen, Handwerker und Händler ließen sich hier nieder und die aufstrebende Industrie hatte einen großen Bedarf an Arbeitskräften, die aus dem ländlichen Umland nach Hiddenhausen kamen. Durch die Bevölkerungszunahme, die sich von 1818 bis 1978 verneunfachte, musste man langsam Abschied „vom alten Dorf“ nehmen.

Wenn man durch die Großgemeinde Hiddenhausen fährt, erkennt man jedoch die einzelnen Ortsteile noch in ihren Abgrenzungen. Die Bürgerinnen und Bürger sind bis heute mit ihrem Ortsteil eng verbunden, was man am jeweiligen regen Vereinsleben erkennen kann.

Durch den Erhalt der Grundschulen in den einzelnen Ortsteilen, der Kindergärten, durch die Schaffung der Schulkinderhäuser und durch die Unterstützung der zahlreichen Vereine und sozialen Einrichtungen, werden die Ortsteile in ihrer Eigenständigkeit unterstützt und das lokale Eigenleben gefördert.

Im sozialen Bereich sowie in den Bereichen der Bildung und Kultur hat die
Gemeinde Hiddenhausen einen hervorragenden Stand. Die „Olof-Palme-Gesamtschule“, die nach dem ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten benannt wurde, ist die weiterführende Schule vor Ort, gleich nebenan liegt das zum Kirchenkreis Herford gehörende
Johannes-Falk-Haus, eine Schule für behinderte Kinder.

Im Rittergut Bustedt ist das Biologiezentrum untergebracht. Der dortige Trägerverein veranstaltet Seminare zur Fort- und Weiterbildung von Lehrern. Schulklassen können hier mit ihren Lehrern einen naturnahen Biologieunterricht erleben.

In den Sommermonaten finden auf den Gut Bustedt Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Kultur in der Provinz“ statt, das seit 20 Jahren auch überregional eine große Beachtung findet.

Das Erlebnismuseum des Holzhandwerks befindet sich auf der barocken Hofanlage des Guts Hiddenhausens. Dort werden sieben Handwerke – wie Tischlerei, Holzschuhmacherei, Holzbildhauerei, Zimmerei, Stellmacherei, Drechslerei und Böttcherei – dargestellt und deren alte Arbeitsweise und Arbeitstechniken vermittelt.

Die Museumsschule aus dem Jahr 1847 ist im Rahmen von Sanierungsarbeiten in den Originalzustand versetzt worden. Durch die zeitgenössisch ausgestattete Schulstube und die Lehrerwohnung erhalten die Besucher einen Eindruck in die kargen Lebensumstände und können sogar „am eigenen Leibe“ eine Unterrichtstunde, wie sie vor 100 Jahren war, erleben. Geübt werden deutliches Lesen, Volkslieder singen und exaktes Schreiben.

Saftig grüne Wiesen des Naturschutzgebietes „Füllenbruch“, lichte Laubwälder, die Werraue und der Schweichelner Wald können zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Die typische Ravensburger Hügellandschaft mit intakter Natur lädt zum Verweilen und Ausruhen ein.

  



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